Warum ich Feedback für meine Licht- und Schattenthemen schätze.

Antwort: Weil diese Feedbacks mich mir selbst näher bringen.

Neulich war ich mit meinem Freund Marijo im Freibad.

Wir steigen aufs 3-Meter-Brett. Ich riskiere den ersten Kopfsprung seit 15 Jahren. Inneres Schulterklopfen.

3 Stunden später sagt Marijo:
„Dein Kopfsprung sah ein bisschen ängstlich aus, mein Freund.“

Ich schweige und verkneife mir die Frage, ob er sich neuerdings auf dumme Sprüche spezialisiert hat. Und freue mich kurz, dass ich erwachsen genug bin, zu schweigen.
Dann fließen einige Gefühle durch mich durch. Verletzter Stolz. Wut. Trauer.
Ein paar Gefühle fließen nicht so richtig und bleiben noch ein bisschen stecken.

Er hat recht. Sonst hätte ich und mein Körper diese Gefühle nicht erlebt. Ich wäre gar nicht in Resonanz mit der Aussage gegangen.

Mein Sprung war ängstlich. Und mutig (weil Mut immer Angst als Grundlage hat).
Ich habe viele Ängste in mir. Nicht verwunderlich, dass diese Ängste in meinem Kopfsprung einen Ausdruck finden.

Gut, dass mir Marijo mit seiner überraschenden Feststellung die Chance für einen Reality-Check gibt. Die eigenen Ängste zu sehen und zu erleben, macht nämlich nicht besonders viel Spaß. Aber wenn ich auch hier an mir dran sein kann, dann bin ich mir selbst näher. Und ich empfinde es als sehr wertvoll, an mir selbst dran zu sein. Ich treffe dann bessere Entscheidungen. Übergehe mich nicht ständig selbst. Bleibe nachhaltiger gesund.

Ich brauche auch andere Menschen, die mir sagen, was ich gut mache. Auch da fällt es mir nicht immer leicht, an mir selbst dran zu sein. Wenn ich schöne Klavier-Musik mache. Oder einen guten Job beim Kunden. Oder gut für meine Kinder sorge.

Vielleicht sollte ich mehr aktive Rückmeldungen einfordern für meine Licht- und Schatten-Themen.

 

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